Fledermaus-Empfänger

Die Ultraschallortung der Fledermäuse ist seit ihrer Entdeckung zu einem eigenen Fachgebiet angewachsen, zu dem ständig neue Erkenntnisse hinzukommen. Für den Anfänger ist ein Ultraschall-Empfänger (auch als Bat-Detektor oder Fledermaus-Empfänger bezeichnet) zunächst ein Mittel, um Fledermäuse besser aufzufinden, da insbesondere kleine Arten wie die Zwergfledermaus relativ tief jagen und daher nicht gegen den hellen Himmel zu sehen sind oder wie die Wasserfledermaus erst bei weit fortgeschrittener Dämmerung auf die Jagd gehen. Mit zunehmender Erfahrung lernt man dann die ersten Arten anhand der Rufe zu unterscheiden, aber dies ist auch wieder ein Thema, das ganze Bücher füllt und daher soll hier nur auf die (Elektro-)technik eingegangen werden.

Es gibt drei grundsätzliche Empfangsmethoden:

Besonders für die ersten beiden Methoden lassen sich leicht Empfänger bauen. Ein Teiler-Empfänger hat den Vorteil, daß ein weiter Ultraschallbereich umgesetzt wird und sich Fledermäuse leicht entdecken lassen, auch wenn nicht genau bekannt ist, welche Arten an einer bestimmten Stelle vorkommen. Die Ortungsrufe werden allerdings in ein rauhes Klicken umgesetzt, so daß eine sofortige Artbestimmung nicht möglich ist. Beim Mischer-Prinzip wird nur ein kleiner, einstellbarer Frequenzbereich empfangen, dafür bleibt aber die Charakteristik der Ortungsrufe weitgehend erhalten. Aus dem Klangbild und der Frequenz kann auf die Fledermausart geschlossen werden. Um sicher zu gehen, sollten aber auch Flugbild, Habitat und Verhalten des Tieres einbezogen werden.

Dies war einmal der TCA-440 Empfänger. Minimaler Teileaufwand, dennoch mit Lautsprecher, aber ohne die Möglichkeit, das Gerät um ein Frequenzdisplay zu erweitern. Inzwischen ist der TCA-440 Baustein kaum noch zu bekommen und die nachfolgende Schaltung ist dieser in einigen Bereichen überlegen.

NE612-Mischer
  • empfindlicher als TCA440-Mischer
  • rauschärmer als TCA440-Mischer
  • Frequenzgang linearer als TCA440-Mischer
  • günstig zusammenzustellen

Der NE612-Mischer ist leider kein Projekt für Anfänger, aber ich habe davon zu Test- und Vergleichszwecken einige Module aufgebaut (bestückte Platinen wie oben im Bild zu sehen), die nur noch mit den externen Bauteilen (Potentiometer, Lautsprecher, Batterie) verlötet und in ein Gehäuse eingebaut werden müssen, was ohne besondere Kenntnisse möglich ist. Bitte einfach mal per Email nachfragen, ob noch eines da ist.

Lohnenswert ist auch ein Besuch auf Tony Messinas Homepage, auf der er einen selbst entwickelten Teiler-Empfänger vorstellt. Dieser kommt wirklich mit minimalem Teileaufwand aus, leider hat keiner der mir bekannten Elektronikversender alle Bauteile im Angebot, so daß man die Bauteile bei mindestens zwei Versendern bestellen muß.

Workshop in der VHS-Kiel

Um eine Frequenzanzeige zu integrieren, den Aufwand trotzdem möglichst gering zu halten und den "Kabelsalat" sogar noch etwas zu verringern, ist gerade ein weiterer Empfänger in Entwicklung - mehr siehe hier.

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